Entdeckungen

Auf Safari in Halle-Neustadt - Teil 3

Warum Bienen und Käfer das Stadtleben lieben!

Wenn Robert Paxton in Neustadt unterwegs ist, freut er sich besonders über blühende Wiesen und ungenutzte Brachen. „Solche von Menschen manchmal als ,unordentlich‘ empfundene Flächen sind Insektenparadiese“, wirbt der Professor der Martin-Luther-Universität für „mehr Mut, Areale sich selbst zu überlassen“. In einer kürzlich in und um Halle durchgeführten Studie fand sein Team überraschend heraus, „dass Fliegen und Käfer in der Stadt genau so zahlreich vorkommen wie in Natura-2000-Schutzgebieten, Wildbienen sogar noch häufiger“. Lediglich Schmetterlinge seien in den Schutzzonen zahlreicher als in der Stadt.

Von weltweit rund 600 Bienenarten leben nach Paxtons Schätzung etwa 250 in Halle. „Die allermeisten davon bilden keine Staaten, sondern leben einzeln in Erdhöhlen, Mauerritzen oder Totholz.“ Viele seien auf bestimmte Futterpflanzen angewiesen. Eine möglichst große Auswahl an Blühpflanzen gleiche deshalb einem „Förderprogramm für die Artenvielfalt“, so Paxton.

Die GWG Halle-Neustadt setzt bei Hecken- und Flächenbepflanzungen auch deshalb seit vielen Jahren auf Gewächse wie Hainbuchen, Sauer- oder Feuerdorn. Im Gegensatz zu Lebensbäumen oder Kirschlorbeer sind sie bienenfreundlich, bieten Vögeln Nistgelegenheiten und Schutz vor Räubern. Die dekorativen Früchte von Sauer- und Feuerdorn sind zudem ein wertvolles Vogelfutter, Sauerdorn-Beeren sogar für Menschen genießbar.

Um Kleinstlebewesen Lebensräume, Vögeln etwas zum Scharren und Igeln Unterschlupfe zu bieten, wird Laub auf Gehölzflächen der GWG Halle-Neustadt seit Längerem nicht mehr vollständig entfernt. Einen weiteren wertvollen Schatz für Mensch und Umwelt bilden die 3.650 Altbäume, die auf den Grundstücken der GWG wurzeln. 

 

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