Entdeckungen

Auf Safari in Halle-Neustadt - Teil 2

Halle-Neustadt mit seinen üppigen Grünflächen und hohen Bäumen, mit manch offener Mülltonne, mit Brachlandschaften und Gewässern ist für viele Arten ein attraktiver Lebensraum. Die GWG Halle-Neustadt schafft auch für fliegende Neustädter Wohnraum.

„Die wilden Mitbewohner sind da, und sie lassen sich nicht ignorieren“, bestätigt Ulrike Winter vom Bereich Bautechnik der GWG. Das gelte erst recht, wenn Tiere, im Gegensatz zu jagdbarem Wild, unter Natur- oder Artenschutz stünden. Vor Gebäude- oder Fassadenumgestaltungen beauftragt die GWG deshalb Fachfirmen mit der Untersuchung auf vorhandene Nist- oder Brutplätze. „In enger Abstimmung mit der Unteren Naturschutzbehörde schaffen wir, wo immer es notwendig ist, Ersatz“, berichtet die Teamleiterin Hochbautechnik.

So wurden beim Teilabriss und Umbau eines Wohnblocks in der Trakehnerstraße am Giebel des Hauses 31 vor einigen Jahren drei Nistkästen für Sperlinge angebracht, an Haus 47 zwei weitere. Sie bieten insgesamt zehn Brutpaaren Unterschlupf, „denn Spatzen leben gern gesellig“, hat die Bauingenieurin bei zahlreichen Projekten gelernt. Beim Ersatzneubau einer Werkhalle der Bau und Haustechnik GmbH schuf die GWG „auf dem Firmengelände sogar fast 50 Nistplätze für Spatzen“, verweist Ulrike Winter auf den etwa zehn Jahre alten unternehmensinternen Rekord in dieser Disziplin.

„Der Haussperling ist in Neustadt in den letzten Jahren leider sehr selten geworden“, zeigt sich Egon Fuchs für solche Ausgleichsmaßnahmen dankbar. Der Hobby-Ornithologe beobachtet die Vogelwelt im Stadtteil seit fast sechs Jahrzehnten. Obwohl oder gerade weil die Neustadt mit rund 85 Brutvogelarten außerordentlich reich gesegnet sei, berühre das leise Verschwinden des einstigen „Allerweltsvogels“ besonders. Zumal er damit das traurige Schicksal weiterer Arten wie etwa des Feldsperlings, des Hausrotschwänzchens oder der Mehlschwalbe teile. Die Modernisierung der Gebäude, über die er sich als GWG-Mieter freut, sieht Fuchs als Vogelfreund deshalb mit einem weinenden Auge: „Moderne Fassaden bieten, im Gegensatz zum klassischen Plattenbau, leider kaum noch Unterschlupfe.“

Ein Zuhause für Fledermäuse

Unter dem daraus entstehenden „Wohnraummangel“ leiden auch Fledermäuse. Weshalb zum Beispiel die erwähnten Giebel der Trakehnerstraße 31 und 47 durch die GWG zusätzlich mit Fledermausquartieren ausgestattet wurden. Während bei vorangegangenen Bauprojekten dafür meist kleinere Kästen in die Fassade integriert wurden, „erstrecken sich die Nistplätze hier über die gesamte Hausbreite von je zwölf Metern“, berichtet Ulrike Winter. Im Umfeld der Gebäude habe die GWG außerdem „zehn Ersatzniststätten für Mehlschwalben zur Stärkung einer vorhandenen Brutkolonie“ errichtet.

 

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