Entdeckungen

Auf Safari in Halle-Neustadt - Teil 1

Rehe auf den Weinbergwiesen, Biber an der Schwanenbrücke, Waschbären auf Spielplätzen, Nilgänse am Kanal: Stadtjäger Roland Borchardt und seine Hündin Ayka erleben auf ihren Rundgängen in und um Halle-Neustadt hautnah, wie Wildtiere die Zivilisation zurückerobern. Ein weltweiter Trend, den Stadtbewohner nicht ignorieren können. Wie sich Mensch und Tier arrangieren, erkunden wir auf unserer Neustadt-Safari. Kommen Sie mit!

Dass Halle-Neustadt mit seinen üppigen Grünflächen und hohen Bäumen, mit manch offener Mülltonne, mit Brachlandschaften und Gewässern für viele Arten ein attraktiver Lebensraum ist, weiß Roland Borchardt, der sich als Mitglied einer Pachtgemeinschaft mit um den Wildbestand in Halles größtem Stadtteil kümmert.

Dazu gehört zum Beispiel, die Wildschweinrotte zu kontrollieren, „die im Schilfloch an der Lise-Meitner-Straße ihren Tageseinstand hat“, wie der Waidmann verrät. Nachts zögen die Tiere von hier meist in die Heide. Zur Gefahr für Menschen würden die Schwarzkittel allenfalls, wenn sie sich, zumal mit Jungen, in die Enge getrieben fühlten. Abstand halten sei deshalb oberstes Gebot, „und Hunde an der Leine zu führen“, verweist Borchardt auf die Stadtordnung.

Geschossen würde Wild in bewohntem Gebiet aus Sicherheitsgründen nicht. Das Gespür, hier sicher zu sein, lasse die schlau en Tiere deshalb sogar in der Nähe von Menschen erstaunlich entspannt agieren. Von Zeit zu Zeit organisierte Drückjagden verhindern laut Borchardt eine Überpopulation und minimierten somit den „Drang der Tiere, sich zur Nahrungssuche – besonders im Winter – weiter in die Stadt vorzuwagen“.

Wenn Borchardts Handy klingelt, ist oft dennoch etwas schief gelaufen im „urbanen Wildlife“. Dann hilft der Jäger, wie neulich, einem verirrten Rehbock von einem Schulgelände den Weg zurück ins Freie zu finden, Waschbären einzufangen oder im Straßenverkehr verunglückte Tiere zu erlösen. Schwerpunkt für Wildunfälle sei neben der westlichen Magistrale „insbesondere die B80, im Bereich des Friedhofs“, mahnt Borchardt dort zum vorsichtigen Fahren, „besonders im Frühjahr und Herbst“.

Tipps für “rehresistenten” Grabschmuck 

Friedhofsmitarbeiterin Andrea Schramm und ihre Chefin Katrin Rudolph überrascht die Unfallstatistik nicht. Im Schaukasten am Eingang der Anlage veröffentlichten sie kürzlich Tipps, wie Grabschmuck so gestaltet werden kann, dass Rehen der Appetit vergeht. „Denn die Tiere betrachten frische Blumen und Zweige als leckeres Buffet, für das sie sogar über Zäune springen“, berichtet Andrea Schramm. Ihre Empfehlung: „Rosen, Nelken, Margueriten und Stiefmütterchen vermeiden – und dafür zum Beispiel lieber Lavendel, Hortensien, Flieder, Pfingstrosen oder Trollblumen verwenden.“ Als Grababdeckung eigneten sich Kiefer und Fichte. Tanne hingegen gelte den Tieren als Delikatesse. Buttermilch oder vergrämende Duftstoffe aus der Drogerie hätten sich als zusätzlicher Schutz für Grabschmuck bewährt.

 

Bleiben Sie immer informiert

Abonnieren Sie unseren Newsletter und verpassen Sie keine Neuigkeiten, Veranstaltungen und Aktionen.

Newsletteranmeldung